Das Netzwerk geht auf eine Initiative zur Vernetzung der geistes- und sozialwissenschaftlichen Transformationsforschung in der Lausitz zurück, die im Jahr 2019 ins Leben gerufen wurde. Ein erstes Treffen mit verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen und Forschungsprojekten in der Region Lausitz fand auf Initiative von Forschenden des Sorbischen Instituts (SI), der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU-CS), der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG), des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) im Mai 2019 im Wendischen Haus in Cottbus/Chóśebuz statt. Es folgten weitere Netzwerktreffen in Cottbus/Chóśebuz (BTU-CS), Görlitz (HSZG, IÖR) und Bautzen/Budyšin (SI). Mit dem verstärkten Engagement der Technischen Universität Dresden (TU Dresden) und des Deutschen Zentrums für Astrophysik (DZA) bei der Organisation der Konferenz „Transformationswissen als Problemfeld gesellschaftlichen Wandels: Theorie und regionale Praxis“ im November 2025 in Zittau wurde ein entscheidender Schritt zur Verstetigung der Zusammenarbeit und der Öffnung für neue Netzwerkpartner möglich.
Das Ziel des Netzwerks ist es, den Austausch über Forschung zu Transformation und Strukturwandel zu stärken, bestehende Kompetenzen sichtbar zu machen und neue Formen der Zusammenarbeit zu ermöglichen. Im Mittelpunkt steht dabei keine zusätzliche institutionelle Struktur, sondern ein offenes Netzwerk für Austausch, Kooperation und Vernetzung. Es verbindet Forschungsprojekte und Wissenschaftler insbesondere aus den Sozial- und Geisteswissenschaften und schafft Raum, um gemeinsame Fragestellungen, Methoden und Erfahrungen zu diskutieren.

Forschung zu Transformation und gesellschaftlichem Wandel
Transformation wird dabei bewusst breit verstanden. Im Fokus stehen nicht nur aktuelle Transformationsprozesse und Fragen des Strukturwandels, sondern auch deren politische, kulturelle und gesellschaftliche Dimensionen. Ebenso gehören historische Erfahrungen mit Veränderungsprozessen und der Blick auf zukünftige Entwicklungen zum Forschungsinteresse.
Ein besonderer regionaler Schwerpunkt liegt auf der Lausitz, einschließlich der Lausitz in Sachsen und Brandenburg. Zugleich versteht sich das Netzwerk als grenzüberschreitend und bezieht das Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien sowie überregionale und internationale Perspektiven ein. Die Lausitz bietet dabei ein besonders vielfältiges Forschungsfeld, in dem sich gegenwärtige Herausforderungen des Strukturwandels mit historischen Transformationserfahrungen und neuen Zukunftsentwürfen verbinden.
Austausch und gemeinsame Veranstaltungen
Eine zentrale Funktion des Netzwerks ist die Schaffung von Gelegenheiten für regelmäßigen wissenschaftlichen Austausch. Dazu gehören insbesondere Konferenzen, Workshops, Kolloquien und weitere Veranstaltungsformate, die Forschungsprojekte und unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven miteinander ins Gespräch bringen. Den Auftakt bildete im November 2025 die Konferenz „Transformationswissen als Herausforderung gesellschaftlichen Wandels: Theorie und regionale Praxis“ in Zittau. Im Mittelpunkt stand dort das Verhältnis von wissenschaftlichem Wissen und den Erfahrungen und Wissensbeständen regionaler Akteur.


Zusammenarbeit stärken, Parallelstrukturen vermeiden
Das Netzwerk möchte vorhandene Forschungsaktivitäten besser miteinander verbinden und dadurch Synergien schaffen, Kooperationen ermöglichen und Parallelstrukturen vermeiden. Bereits bestehende Projekte, Initiativen und Institutionen sollen nicht ersetzt oder in eine neue Organisationsstruktur überführt werden. Vielmehr geht es darum, vorhandene Expertise zusammenzuführen, über aktuelle Forschungsvorhaben zu informieren und gemeinsame Interessen und Fragestellungen sichtbar zu machen.
So entsteht eine Plattform, auf der Wissenschaftler ihre Projekte vorstellen, Kontakte zu anderen Forschungszusammenhängen herstellen und Möglichkeiten für gemeinsame Forschung, Veranstaltungen und Wissenstransfer entwickeln können.
Das Netzwerk versteht sich damit als offene Austausch- und Kooperationsplattform für Transformationsforschung in und über die Region hinaus – mit einem besonderen Blick auf die sozial- und geisteswissenschaftlichen Perspektiven auf vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen gesellschaftlichen Wandel.